ClickRepair: Kleines Tool mit großer Wirkung

  • ClickRepair ist ein unter Vinyl-Rippern weit verbreitetes Programm zum Entfernen von Clicks und Kratzern. Seine Beliebtheit resultiert aus seiner einfachen Bedienung und der Fähigkeit, die Musik - bei richtiger Konfiguration - wirklich akustisch unberührt zu lassen, d. h. man hört im Ergebnis normalerweise nicht, wo sich mal Klicks befunden haben.


    Damit wir jetzt nicht im luftleeren Raum rumstochern, habe ich Euch hier mal eine Testversion (mit Medizin!) von ClickRepair 3.4.1 hochgeladen:
    BITTESCHÖN
    Es gibt bereits neuere Versionen, aber diese hier läuft bei mir auf zwei Rechnern tadellos.


    ClickRepair ist als kleines Tool konzipiert, schnell installiert und ressourcenschonend. Die Oberfläche ist daher in optischer Hinsicht spartanisch und konzentriert sich auf das Wesentliche. Ein deutsches Sprachpaket ist enthalten, gilt aber nur für die Benutzeroberfläche. Die ausführliche und nicht ganz leicht verständliche Anleitung gibt es leider nur auf Englisch, daher möchte ich hier die Grundlagen kurz skizzieren, wobei ich sowohl auf meine eigenen Erfahrungen wie auch auf die von anderen Vinyl-Rippern zurückgreife, die ihre Einstellungen veröffentlicht und die Gründe dafür angegeben haben:


    Nach der Installation wird zuerst die Sprache über die Menüleiste unter "Info/Preferences" auf Deutsch umgestellt, dann sieht das alles schon viel besser aus! In der Mitte des Fensters ist permanent ein Bedienungshinweis eingeblendet, was für Leute mit Gedächtnisproblemen durchaus hilfreich sein mag, aber eigentlich überflüssig ist. Zumindest kann man insoweit nichts falsch machen!


    Und nun endlich in medias res:
    Alles, was für uns interessant ist, befindet sich im unteren Drittel des Fensters. Unter "Erkennung & Überprüfung" gibt es ein Pulldown-Menü mit Voreinstellungen, die wir aber getrost vergessen können. Entknacken und Entknistern ist im Preset "Standard-LP" auf jeweils 50 gesetzt, was viel zu hoch ist. Ich rate dazu, das Level mit den Schiebereglern jeweils auf 10 zu reduzieren, für halbwegs gut erhaltene Platten reicht das völlig aus. In hartnäckigen Fällen kann man bis maximal 20 erhöhen, wenn das Ergebnis mit Level 10 noch nicht befriedigend sein sollte.


    Höher als Level 20 sollte man auf keinen Fall gehen, da es dann erfahrungsgemäß keine besseren Resultate, sondern allenfalls Dropouts und Dynamikverluste gibt! ClickRepair ist wie alle Musikbearbeitungsprogramme trotz guter Algorithmen nicht immer in der Lage, einen Kratzer von einem in der Musik enthaltenen Klickgeräusch zu unterscheiden. Besonders bei elektronischer Musik ist hier größte Vorsicht geboten! Synthetische Drumbeats sind ein beliebtes "Opfer" von ClickRepair & Co. und klingen nach der Behandlung oft ziemlich schlapp...


    Der dritte Schieberegler legt fest, inwieweit ClickRepair gefundene Fehler automatisch korrigieren soll. Hier scheiden sich die Geister: Viele Vinyl-Ripper rühmen sich geradezu damit, nur im manuellen Modus zu arbeiten und in stundenlanger Kleinarbeit die von ClickRepair aufgespürten Klicks eigenhändig zu beseitigen. Wollt Ihr meine Meinung wissen: Das glaube ich nur bedingt! Sogar bei einer fast neuen Scheibe entdeckt ClickRepair auf Level 10 locker 500 verdächtige Stellen pro Seite und bietet diese zur Reparatur an. Ich für meinen Teil habe Familie und bin berufstätig, also weiß ich mit meiner Zeit was Besseres anzufangen, schiebe den Regler ganz nach rechts und lasse alles automatisch bereinigen. Das Ergebnis gibt mir zumeist Recht: Eine Beeinträchtigung der Musik ist auf Level 10 mit bloßem Ohr nicht feststellbar, und was ClickRepair nicht beseitigt, das bleibt eben so, es ist schließlich die Aufnahme einer meist schon oft benutzten Schallplatte und kein CD-Rip. Wer die Platte besitzt und zuhause abspielt, der hört entschieden mehr Klicks.


    Wenden wir uns noch der rätselhaftesten Rubrik zu, nämlich der untersten Zeile:
    "Tonhöhe-Schutz" (engl.: Pitch Protection) sorgt bei gesetztem Häkchen dafür, dass die Tonhöhe durch die Korrektur nicht verändert wird. Das kann in manchen Fällen schon mal passieren, da der Fehler durch intaktes Audiomaterial überschrieben wird. Allerdings wird dadurch die Entknister-Fähigkeit beeinträchtigt. Meine Meinung: In der Musik ist die Tonhöhe wichtiger als etwas Knistern, also Haken setzen!


    "Rückwärts" heißt genau das, nämlich dass die Datei rückwärts eingelesen wird. Ob dadurch mehr oder weniger Fehler erkannt werden und die Musik mehr oder weniger beeinträchtigt wird, sei dahingestellt: Ich höre meine Mucke samt aller Fehler vorwärts und setze diesen Haken daher nicht!


    Methode: Einfach oder Wavelet, das ist hier die Frage. Auch für mich, da ich trotz hervorragender Englischkenntnisse den in der Anleitung beschriebenen Unterschied in der Klick-Aufspürung nicht wirklich für mich nutzbar machen kann. Ich habe mich für "Wavelet" entschieden und bin damit zufrieden. x2 und x3 meint die Anzahl der Durchläufe, mir reicht ein einziger, denn auch hier gilt: Weniger ist mehr!


    Stereo auf Mono: Nein, wozu? Kann mir keiner erklären, also lasse ich das.


    Wieder ein Stückchen höher ist ein Kasten mit "Tonausgabe" überschrieben. Alles andere als "ohne" ist Unfug, sonst dauert der Quatsch ewig. Die beiden 0dB-Regler rechts außen gehören ganz hochgeschoben und der Haken dazwischen gesetzt. Entnehme ich jedenfalls der Anleitung.


    Kurz zusammengefasst, weil's jetzt doch ein bißchen viel war:
    Level 10, alles automatisch, Tonhöhe-Schutz ein, Wavelet, ohne Tonausgabe. Das sind meine Einstellungen, mit denen ich hervorragend zurechtkomme; wenn man das Internet durchforstet, findet man auch andere Möglichkeiten mit mehr oder weniger plausiblen Begründungen. Einfach ausprobieren, außer etwas Zeit kostet das ja nichts!


    Dann wollen wir das doch mal tun! Die zu entklickende Datei wird über den Button "Öffnen" ausgewählt (also z.B. rawrip.wav). ClickRepair ist nichts anderes als ein Mini-Wave-Editor und kann somit auch nur Wave-Dateien behandeln. Flac, MP3 und andere komprimierte Dateien müssen zunächst mit einem anderen Programm in Wave umgewandelt werden.


    ClickRepair bietet dann den Namen und den Speicherort für die reparierte Datei an, standardmäßig ist das derselbe Name um -cr ergänzt (also z. B. rawrip-cr.wav) und wird in denselben Ordner geschrieben. Die Originaldatei wird nicht gelöscht und die -cr-Datei ist exakt genau so groß, also sorgt für genügend Speicherplatz!
    Ist der neue Dateiname bestätigt, verschwindet das Auswahlfenster und der Name der Wavedatei erscheint in der Titelzeile ganz oben. Der "Öffnen"-Button verwandelt sich in "Start" und wird dann auch betätigt.
    In dem kleinen Editor-Fenster läuft die Datei dann durch, wobei die Klicks an den roten Linien zu erkennen sind. Nach Abschluss des Vorgangs ertönt ein Piepston, und das war's!


    Danach öffne ich beide Dateien (rawrip.wav und rawrip-cr.wav) in Winamp und spiele sie kurz diagonal an, um einen Vergleich zu haben. Ist das Ergebnis ok, wird die -cr.wav in dem bevorzugten Wave-Editor weiter bearbeitet.


    Es bietet sich an, das ganze Album als eine Datei durchlaufen zu lassen und erst später zu splitten. Jeder Titel einzeln dauert sehr lange und führt zu Chaos auf der Festplatte, da sonst alle Titel doppelt vorhanden sind. ClickRepair arbeitet relativ zügig; die tatsächliche Zeit ist von der Prozessorleistung abhängig.


    Vom selben Autor gibt es auch noch DeNoise und DeNoiseLF zur Beseitigung von Rumpeln und anderen Störgeräuschen, beide Programme sind in dem Paket enthalten. Mit den Standardpresets habe ich allerdings noch keine brauchbaren Resultate erzielt, und weiter habe ich mich nicht damit beschäftigt. Vielleicht hat ja einer von Euch Lust, sich dort mal reinzuarbeiten!


    Viel Spass!

  • Mach die Glotzen auf:


    KLICKERIKI


    Es ist nicht so, als hätte ich nicht genau diese Datei tausendfach gefunden und auch gestern mehrfach geladen. ;)



    Leider sieht es jedoch so aus, als würde mein System nicht wirklich viel mit Jar-Files anfangen können :rolleyes:


    Wenn ich die Batch-Datei in der Konsole öffne, tut sich auch nix.



    Versteht sich von selbst, dass ich meinen Kasperski vorher deaktiviert habe ;)

  • HEUREKA! Du musst die keygen.bat doppelklicken und in dem Dos-Fenster Deinen Namen eingeben [enter], dann ein x-beliebiges Datum in der Zukunft [enter], dann ClickRepair mit der Eingabe 1 auswählen, und schon erscheint die Serial!


    War doch ganz einfach, oder etwa nicht... :D:?:

  • Das spielt keine Rolle ob XP oder irgendwas anderes.
    In der Kosolenausgabe steht ganz klar und deutlich:


    Der Befehl "java" ist entweder falsch geschrieben oder konnte nicht gefunden werden.


    -> entweder Java ist gar nicht installiert - dann würde ClickRepair aber auch nicht laufen - oder es ist einfach nicht im Pfad!


    Daher such einfach mal nach deiner java.exe, merke Dir den kompletten Pfad und mache:
    Start->Ausführen "cmd"
    dann <kompleter Pfad zu java.exe> -jar keygen.jar


    bei mir z.B.:
    "C:\Program Files (x86)\Java\jre6\bin\java.exe -jar keygen.jar"

  • Ich habe das auch unter Win7 installiert. Wenn Java drauf ist, dann müßte die .jar-Datei sogar das Java-Symbol tragen, wenn Du das nicht mir WinRar oder 7Zip verknüpft hast.

  • Hmmm......ihr scheint mich ein für ein Kleinwenig doof zu halten, stimmt's? 8)


    Natürlich ist der Pfad zu java.exe richtig und ja, das zeigt auch das Icon an:



    Auch ein "Öffnen mit" unter Verweis auf das Programm oder die selbe Sache im CMD unter Verwendung des Pfads,
    erzeugt immer wieder ein sich öffnendes und sofort wieder schliessendes Fenster.


    Ergo: Doofes Programm! Ich suche mir was Anderes! :P

  • Nach einigen Negativerlebnissen, bei denen ClickRepair viel zu tief in den Sound eingegriffen und teilweise fast schon remixt hat, habe ich nach ausgiebigem Studium diverser Erfahrungsberichte meine Einstellungen radikal verändert. Diese lauten nunmehr:


    Entknacken 10
    Entknistern 0 (aus)
    Tonhöheschutz aus
    Einfach
    Rückwärts


    So wird es von vielen Leuten, auf deren Erfahrung und Urteilsvermögen ich echt was gebe, empfohlen und so gibt es auch keine Probleme mehr mit aufgeweichten Beats oder de-parierten Samples. Das habe ich so bei den letzten paar Rips angewendet und alles war ok :thumbup: .

  • Juchuuuu! Laden und entpacken in zehn Sekunden - ganz wie früher!!! :thumbsup:


    Werde mich dann zu gegebener Zeit mal mit dem Teil auseinandersetzen!


    Schon mal super mit den Erfahrungswerten, das hilft echt viel weiter - da bin ich mal wirklich auf die Ergebnisse gespannt!


    Kann nur sagen, dass der WaveLab-Declicker mit etwas lauteren Knacksern echt Probleme hat, die hört man immer noch - so dass ich sie immer manuell rauseditieren musste - was für eine Sauarbeit!!! :M)


    Cheers,
    rs0675

  • Das manuelle Nachbearbeiten wird Dir auch bei ClickRepair nicht erspart bleiben, sofern die Scheiben größere Knackser haben. Das kann bei Automatik nicht funktionieren, ohne die Musik zu beschädigen, weil die Programme Kratzer und Mucke nicht wirklich auseinanderhalten können.

  • Das kann bei Automatik nicht funktionieren, ohne die Musik zu beschädigen, weil die Programme Kratzer und Mucke nicht wirklich auseinanderhalten können.


    Was aber auch recht deutlich von der Art der Musik abhängt. Ich denke bei ruhigen, eher klassischen Stücken klappt das besser als bei Metal ;)

  • Das manuelle Nachbearbeiten wird Dir auch bei ClickRepair nicht erspart bleiben, sofern die Scheiben größere Knackser haben. Das kann bei Automatik nicht funktionieren, ohne die Musik zu beschädigen, weil die Programme Kratzer und Mucke nicht wirklich auseinanderhalten können.


    Dachte ich mir leider schon... wie oft habe ich in der Vergangenheit erlebt, dass z. B. "Besen-Schlagzeug" und andere feine Passagen, welche von den Programmen als "noise" interpretiert, unterdrückt wurden.

  • Noch ein Tipp: Laut Anleitung sollte bei stärker beschädigten Platten nicht die Methode "Einfach/Simple", sondern "Wavelet" angewendet werden, weil die Eingriffsintensität dann höher ist. Im Zweifel einfach beides ausprobieren und vergleichen!